

Architektur entsteht aus dem Verständnis für den Ort und dem Zusammenspiel von Raum, Material und Konstruktion. Präzise Fügung schafft Identität und Atmosphäre.
e.a+d Architekten ist ein in Münster ansässiges Architekturbüro, dessen Arbeit vom Neubau bis zur sensiblen Transformation bestehender Gebäude und Strukturen reicht. Im Mittelpunkt steht die intensive Auseinandersetzung mit dem Ort, seiner Geschichte und seinen räumlichen Potenzialen.
Die Entwürfe entwickeln sich aus dem Dialog zwischen Konzept, Material und Konstruktion. Dabei versteht e.a+d Architektur nicht allein als funktionale und technische Aufgabe, sondern als Beitrag zur Baukultur und als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung. Die präzise Durcharbeitung bis ins konstruktive Detail ist dabei ebenso wesentlich wie die atmosphärische Qualität der Räume und der bewusste Umgang mit bestehenden Strukturen und Ressourcen.
Für Marcel Müller bildet die Verbindung von architektonischer Praxis, Lehre und Bauforschung eine wichtige Grundlage seiner gestalterischen Haltung. Der Austausch zwischen theoretischer Auseinandersetzung und gebauter Realität eröffnet neue Perspektiven.
Mich fasziniert die Möglichkeit, aus einer zunächst abstrakten Idee einen konkreten Ort entstehen zu lassen. Das Zusammenspiel von Raum, Licht, Material und Konstruktion erzeugt Atmosphären, die weit über die reine Funktion hinausgehen. Besonders spannend finde ich den Moment, in dem aus einzelnen Elementen durch ihre präzise Fügung ein selbstverständliches Ganzes entsteht.
Architektonische Qualität entsteht für mich aus einer konsequenten Haltung, die sich vom ersten Gedanken bis ins konstruktive Detail fortsetzt. Entscheidend ist, die spezifischen Bedingungen einer Bauaufgabe zu verstehen und daraus eine klare gestalterische Idee zu entwickeln. Qualität zeigt sich nicht allein im Entwurf, sondern ebenso in der Materialwahl, der konstruktiven Durcharbeitung und der sorgfältigen Umsetzung.
Eine der zentralen Aufgaben sehe ich in der Transformation unseres Gebäudebestands. Angesichts begrenzter Ressourcen müssen wir Bestehendes neu bewerten, Potenziale erkennen und mit angemessenen Eingriffen weiterentwickeln. Dabei geht es nicht nur um ökologische Fragen, sondern ebenso um die gesellschaftliche und kulturelle Verantwortung von Architektur. Wir müssen lernen, weniger zu verbrauchen und zugleich mehr räumliche Qualität zu schaffen.
Mich inspirieren Orte, ihre Geschichte und die Spuren, die Menschen und Zeit hinterlassen. Ebenso wichtig sind für mich die unmittelbare Erfahrung von Räumen, die Auseinandersetzung mit Materialien und das Beobachten konstruktiver Zusammenhänge. Die Beschäftigung mit historischer Bausubstanz, die Bauforschung und der Austausch mit Studierenden eröffnen dabei immer wieder neue Perspektiven auf die eigene Arbeit.
Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche General Blumenthal in Recklinghausen entstand durch die schrittweise Transformation des historischen Bestands ein neuer Betriebshof für Tillmann. Die Architektur entwickelt sich aus dem Dialog zwischen industrieller Geschichte und zeitgenössischer Ergänzung. Cortenstahl, Sichtbeton, Glas und Eiche prägen die Materialität. Die präzise Fügung der Bauteile und das bewusste Zusammenspiel von Alt und Neu schaffen eine eigenständige Identität, die den Charakter des Ortes bewahrt und zugleich weiterentwickelt.
Mit dem Neubau des Alexianer Bildungszentrums in Münster entstand ein zentraler Ort für die Ausbildung in Gesundheitsberufen. Die Architektur verbindet funktionale Anforderungen moderner Lernwelten mit einer eigenständigen räumlichen Identität. Großzügige Kommunikationsbereiche, differenzierte Raumfolgen und das Zusammenspiel von Sichtbeton, Licht und Material prägen das Gebäude. Die offenen Erschließungsbereiche werden zu Orten der Begegnung und des Austauschs. Architektur wird hier als Beitrag zu Bildung, Gemeinschaft und gesellschaftlicher Verantwortung verstanden.
Am Dreieckshafen in Münster entstand mit „Leinen los“ ein Bürogebäude als Pionierprojekt eines neuen Gewerbequartiers am Dortmund-Ems-Kanal. Ein konsequentes Konstruktionsraster von 1,35 m bestimmt Kubatur, Raumstruktur und Fassadengliederung. Anthrazitfarbener Klinker und bronzefarbene Aluminiumelemente verleihen dem Baukörper Rhythmus und Tiefe. Die klare Grundrissorganisation ermöglicht nahezu allen Büroeinheiten den Blick auf das Wasser. Architektur entsteht hier aus dem Zusammenspiel von Kontext, Konstruktion und Material.
e.a+d Architekten, Robert-Bosch-Straße 19c
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Marcel Müller, Boris Lehmann
2010